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Beispielhafter OP-Bericht einer aorto-biiliakalen Aortenprothese bei abdominellem Aortenaneurysma

Nach vierfach sterilem Waschen und Abdecken erfolgt zunächst ein anästhesiologisches Konsil. Gabe von 1,5 g eines Cephalosporins der III. Generation.

Eingehen in das Abdomen über eine große mediane Laparotomie unter Linksumschneidung des Nabels. Einsetzen des Halterahmen- und Spreizersystems und Umlegen mit feuchten Bauchtüchern. Darstellen des Retroperitoneums unter Verlagerung des Dünndarmkonvolutes in den rechten Mittelbauch (Transposition).

Eingehen in das Retroperitoneum und Präparation des Aneurysmas unter vorsichtigem Ablösen des duodenalen C. Unterhalb der Nierenarterien nach Darstellung der kreuzenden Nierenvene links erfolgt die zirkuläre Präparation des Aortenhalses. Ebenfalls Darstellung des präaortalen Nervenplexus, der sorgfältig geschont wird. Darstellung der Ureteren. Die AMI wird an ihrem Abgang aus dem Aneurysma dargestellt und angeschlungen. Distalwärtige Präparation unter Darstellung der rechtsseitigen Iliakalbifurkation.

Linksseitig ebenfalls Darstellung der Iliakalbifurkation von medial. Beide Gefäße sind wenig verkalkt und gut anschlussfähig. Eine aneurysmatische Degeneration lässt sich bis zur Iliakalbifurkation darstellen. Nach Darstellung aller fünf Klemmpositionen (proximale infrarenale Aorta, Aa. iliacae externae et internae beidseits) erfolgt ein erneutes anästhesiologisches Konsil und die Gabe von 5.000 IE Heparin als Bolus intravenös. Ausklemmen mit DeBakey-Klemmen zunächst der A. iliaca externa und A. iliaca interna links, gleiches Vorgehen rechtsseitig. Zentral erfolgt dann das Setzen einer Aortenklemme unterhalb der Nierenarterien. Ausklemmen der A. mesenterica inferior. 

Anschließend Inzision des Aneurysmas mit dem Stichskalpell und Erweiterung der Inzision unter Anbringen eines proximalen und distalen Türflügelschnittes mit der Präparierschere. Es zeigen sich auf der Höhe der Aortenbifurkation zwei rückblutende Lumbalarterien, die umstochen werden. Ausräumen des Thrombus und Durchführung einer Thrombendarteriektomie. Darunter befinden sich insgesamt vier rückblutende Lumbalarterien, die sämtlich umstochen werden. Auswahl einer 16 mm beschichteten Dacronprothese. Dann Spülen dieser Bifurkationsprothese in heparinisierter Kochsalzlösung und Vorbereiten der Prothese für die proximale End-zu-End-Anastomose. S-förmiges Zuschneiden der Prothese, wobei der Prothesenhauptkörper etwa 2 cm belassen wird, um für eventuelle spätere endovaskuläre Eingriffe eine ausreichende Landezone zu belassen. Dann erfolgt die proximale End-zu-End-Anastomose mit einem nicht resorbierbaren monofilen Polypropylen-Faden 3-0 in gegenläufiger Vierpunkt-Nahttechnik. Nach Fertigstellen der Naht Freigeben des Blutstroms. 

Die Anastomose ist primär dicht. Nach ebenfalls s-förmigem Zuschneiden des rechten Prothesenschenkels erfolgt die End-zu-End-Anastomisierung mit einem nicht resorbierbaren monofilen Polypropylen-Faden 4-0 in gegenläufiger Vierpunkt-Nahttechnik. Kurz vor Vollenden der Anastomose Flushen, dann Fertigstellen der Anastomose nach erneutem Ausspülen des intraluminalen Situs mit heparinisierter Kochsalzlösung. Der Backflow aus der A. iliaca interna und der A. iliaca externa ist kräftig. Nun Fertigstellen der Naht und anästhesiologisches Konsil. Vorsichtiges Freigeben des Blutstroms. Die Anastomose ist primär dicht. Nun Zuwenden zur linken Iliakalgabel; der linksseitige Prothesenschenkel wird unter dem Nervenplexus hindurchgeführt und dann korrekt abgelängt. Es zeigen sich dorsalseitige Verkalkungen der Iliakalgabel, so dass hier eine lokale Thrombendarteriektomie erfolgt.

Distal wird diese scharf abgesetzt. Da diese Stufe fest ist und nicht umschlägt, wird auf eine Intima-Stufennaht verzichtet. Dann Einnähen End-zu-End mit Polypropylen 4-0 in gegenläufiger Vierpunkt-Nahttechnik. Kurz vor Vollenden Flushen und Kontrolle des Backflows aus der A. iliaca externa und interna; der Backflow aus beiden Gefäßen ist gegeben. Ausspülen des intraarteriellen Situs mit heparinisierter Kochsalzlösung; dann Fertigstellen der Naht. Nach vorherigem anästhesiologischem Konsil vorsichtiges Freigeben des Blutstroms, zunächst in die A. iliaca interna, dann in die A. iliaca externa.

Die Anastomose ist primär dicht. Es herrscht überall ein kräftiger Puls, auch die Leistenpulse sind kräftig palpabel. Die Perfusion des Sigmas ist gesichert, sodass die A. mesenterica inferior nun definitiv ligiert wird. Dann erfolgt die Aneurysmasacknaht mit Vicryl in fortlaufender Matratzennahttechnik. Darüber der Verschluss des Retroperitoneums in gleicher Technik. Nochmals Kontrolle auf Bluttrockenheit, diese ist gegeben. Mäanderförmiges Zurückverbringen der Dünndarmschlingen in das Abdomen. Darüberlegen des großen Netzes. Das Abdomen wird dann mittels allschichtiger Fasziennaht unter Aussparung des Peritoneums fortlaufend mit Polypropylen-Schlingennaht verschlossen. Die Haut wird getackert. Steriler Kompressionsverband. Nach Beendigung des Eingriffs sind beide Füße rosig und warm. Es erfolgt ein ausführliches telefonisches Angehörigenkonsil.