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Ablaufpfade ER der CLI

Endovaskuläre Therapie der kritischen Extremitätenischämie (CLI)

Anwendung

Die Anwendung erfolgt für alle Patienten mit pAVK und arteriellen Verschlüssen, bei denen nach vorausgegangener Indikationsstellung eine Angiographie mit endovaskulärer Intervention im Sinne einer Ballondilatation oder bei Verwendung von Stents in der Becken-Bein-Etage oder im Bereich der oberen Extremität geplant und durchgeführt wird.

Präoperative Diagnostik

  • Präoperative Bildgebung (vaskulärer Ultraschall, CT-Angiographie, MR-Angiographie)
  • EKG

Spezielle Interventionsvorbereitungen

  • ASS oder Clopidogrel belassen, bei dualer TAH: Einzelfallentscheidung
  • Absetzen oder Bridging bei therapeutischer Antikoagulation (NOAK: Xarelto ist 24 Stunden vor dem Eingriff abzusetzen; Vitamin-K-Antagonisten nach INR)
  • Keine Gabe von niedermolekularem Heparin in therapeutischer Dosis am Morgen vor dem Eingriff
  • Metformin 2 Tage vorher absetzen
  • Bei Niereninsuffizienz Durchführung einer leitlniengerechten Hydratation mit 0,9 % NaCl zur Nephroprotektion (10ml/kg KG über 24 Stunden)
  • Bei supprimiertem TSH im Labor sollten die peripheren Schilddrüsenhormone nachbestimmt werden. Überprüfung der Indikation zur Thyreostase mit Perchlorat (vor dem Eingriff und über 7 Tage unter regelmäßiger Kontrolle der Laborwerte inkl. Leberwerte). Bei manifester Hyperthyreose ggf. Carbimazol ergänzen.
  • Gegebenenfalls Kontrastmittel-Prophylaxe bei Gefahr einer anaphylatischen Reaktion durch jodhaltige Kontrastmittel
  • Patientennüchternheit 2 Stunden vor dem Eingriff
  • Seitenmarkierung

Anästhesie

  • Lokalanästhesie, ggf. in Anästhesie-Standby
  • Vollnarkose
  • ggf. weitere Verfahren

Lagerung

  • Rückenlagerung

Team-Timeout

Zugang

  • Punktion der A. femoralis communis (ggf. anderes Zugangsgefäß) in antegrader oder retrograder Zugangsrichtung

Spezifische Instrumentarien und Prothesen

  • Siehe Interventionsbericht

Postinterventionelle Behandlung

  • Kompressionsverband oder Verschlusssystem (ggf. kombiniert)
  • Flache Rückenlage (keine Hüftbeugung) bei anliegendem Kompressionsverband
  • Ggf. Nachbewässerung und Fortsetzung der prophylaktischen Pharmatherapie (Hyperthyreose, Allergie)
  • Dopplerverschlussdruckmessung vor Entlassung
  • Entlassung ab dem 1. postoperativen Tag
  • Verlaufskontrolle nach etwa 3 Monaten
  • PROTHESENPASS: Vor der Entlassung rechtssicher an Patienten aushändigen

Entlassungsmedikation

  • ASS 100 mg 1x täglich (ggf. duale Thrombozytenaggregationshemmung)
  • Lipidsenker
  • Antihypertensiva bei RR > 140 mmHg