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Epidemiologie und Versorgungsrealität zur kritischen Extremitätenischämie

Epidemiologie / Versorgungsrealität

In der Nationwide Inpatient Sample (NIS) – sie repräsentiert ca. 20% aller stationären Aufnahmen der USA – ermittelten Agarwal et al. (2016) 642.433 stationäre Aufnahmen wegen CLI für die Jahre 2003 bis 2011.

Die jährliche stationäre Aufnahmerate blieb über die Jahre weitgehend konstant (ca. 150 pro 100.000 Einwohner). Nicht alle CLI Patienten mussten primär wegen CLI aufgenommen werden. Andere Ursachen waren z.B. Diabetes, Sepsis oder postprozedurale Komplikationen. Der Anteil der Patienten, die eine chirurgische Revaskularisation erhielten, sank signifikant von 13,9% im Jahr 2003 auf 8,8% in 2011. Umgekehrt stiegen die endovaskulären Revaskularisationen von 5,1% auf 11,0% im selben Zeitraum an. Die jährliche Kliniksterblichkeitsrate sank von 5,4% im Jahr 2003 auf 3,4% in 2011, die jährliche Majoramputationsrate von 16,7% auf 10,8%. Die durchschnittliche Länge des stationären Aufenthalts nahm von 10,0 Tagen (Jahr 2003) auf 8,4 Tage (Jahr 2011) ab.

In den Jahren 1999 bis 2007 wurden in der NIS-Database der USA 12.215 Patienten mit einem aortofemoralen und 181.825 mit einem peripheren Bypass sowie 89.776 Patienten mit PTA + Stent wegen CLI registriert (Sachs et al. 2011). In diesem Zeitraum blieb die jährliche Zahl der Eingriffe wegen CLI weitgehend konstant und nahm lediglich um 5% zu (auf zuletzt 36.147 Interventionen). Was sich dramatisch änderte, waren die Indikationen zum Bypass bzw. PTA + Stent. PTA + Stent stiegen um mehr als das Dreifache an, von 5002 auf 19.468 jährliche Eingriffe, und halbierten damit die Indikation zum peripheren Bypass (von 25.575 auf 13.762 Eingriffe). Wesentliche Daten dieser größten Erhebung zur chirurgischen/endovaskulären Behandlung von Patienten mit CLI sind in der Tabelle aufgeführt.

 PTA mit/ohne StentAortofemoraler BypassPeripherer Bypass
Gesamtzahl Patienten (n)89.77612.215181.825
Mittleres Patientenalter (Jahre)736372
Weibliches Geschlecht (%)50,44644,6
Chronische Herzinsuffizienz (%)19,912,818,8
Niereninsuffizienz (%)22,14,714,1
Hypertonie (%)70,0 59,168,5
Diabetes (%)33,420,032,0
Krankenhausletalität (%)2,14,12,6
Majoramputationen perioperativ (%)7,0 3,03,9

PSI-Studie

In die PSI-Studie an 74 deutschen Gefäßzentren (87,8 % unter gefäßchirurgischer Leitung) gingen insgesamt 2.798 perkutane endovaskuläre Behandlungen der infrainguinalen pAVK (September bis November 2015) ein. Etwa 53 % der Behandlungen erfolgten aufgrund einer kritischen Extremitätenischämie (CLI). Wesentliche Daten dieser deutschen Registererhebung sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Risikofaktoren nach BehandlungsindikationenClaudicatio intermittens (n=1.259)Kritische Extremitätenischämie (n=1.495)p-Wert
Männer (%)63,1 59,9n.s.
Alter Mittelwert (Median) 69,4 (70)75,0 (76)< .001
Aktives Rauchen %38,317,7 < .001
KHK %32,540,3< .001
Akutes Koronarsyndrom innerhalb 6 Monaten %2,02,7n.s.
Vorhofflimmern %8,022,8< .001
Adipositas (BMI > 30kg/m2) %10,813,80.016
Chronische Niereninsuffizienz (GFR unter 30ml/min) %5,017,6< .001
Dialysepflichtigkeit1,16,4< .001
Stroke oder TIA innerhalb 6 Monaten1,21,2n.s.
Verstorben im Krankenhausaufenthalt, n (%)0 (0 %)19 (1,3 %)

Literatur

Agarwal S, Sud K, Shishehbor MH (2016) Nationwide trends of hospital admission and outcomes among critical limb ischemia patients: from 2003-2011. J Am Coll Cardiol 67: 1901-1913

Sachs T, Pomposelli F, Hamdan A, Wyers M, Schermerhorn M (2011) Trends in the national outcomes and costs for claudication and limb threatening ischemia: angioplasty vs bypass graft. J Vasc Surg 54: 1021-1031