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Ökonomie zum Dialysezugang

Ökonomie zum Dialysezugang

In die Entscheidung, ob ein Prothesenshunt oder eine AV-Fistel als Hämodialysezugang gewählt werden soll, fließt auch die Überlegung ein, welcher Zugang eher genutzt werden kann. Prothesenshunts können deutlich früher kanüliert werden, womit der Patient dem tunnelierten Katheter und seinen Komplikationen kürzer ausgesetzt ist. Umgekehrt hat der Prothesenshunt eine höhere Komplikationsrate als die natürliche AV-Fistel. Rosas und Feldman (2012) haben deshalb eine Kosten-Nutzen-Betrachtung von nativen AV-Fistel vs. Prothesenshunt durchgeführt. Nach ihrem Rechenmodell (Markov-Analyse) ist die von den Leitlinien propagierte Erstlinien-Strategie (AV-Fistel) nur dann dem primären Prothesenshunt in der Kosten-Nutzen-Betrachtung überlegen, wenn die Shuntreifungsrate wenigstens 69% erreicht. Die primäre AV-Fistel war des Weiteren nur dann kostengünstiger als die AV-Prothese, wenn die Shuntreifungsrate 82% oder mehr betrug. Die inkrementelle Kosten-Effektivitätsratio überschritt $50.000 pro Qualitätsadjustiertes Lebensjahr (QALY) für AV-Fistel-Reifungsraten von 36% oder weniger, wobei davon ausgegangen wurde, dass eine Intervention nur dann als kosteneffektiv angesehen werden kann, wenn die inkrementelle Kosten-Effektivitätsratio für ein QALY weniger als $ 50.000 beträgt. Die Ergebnisse dieser Analyse, auf einen Nachbeobachtungszeitraum von 5 Jahre hochgerechnet, stellt Tabelle 3 dar.

Tabelle: AV-Fistel vs. Prothesenshunt. Markov-Modell. Status der beiden Kohorten am Ende des fünften Jahres (nach Rosas und Feldman 2012)

Markov StatusAV-Fistel "first"AV-Prothese "first"
Tod70,8 %70,8 %
AV-Fistel funktionierend17,3 %-
Prothesenshunt Status
Keine Komplikationen0,17 %0,10 %
Thrombotische Komplikationen7,98 %19,8 %
Infektiöse Komplikationen1,39 %3,5 %
Neuer Prothesenshunt2,37 %5,8 %

Literatur

Rosas SE, Feldman HI. Synthetic vascular hemodialysis access versus native arteriovenous fistula: a cost-utility analysis. Ann Surg 2012; 255: 181-186