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Spezielle Fragestellungen zur Karotisstenose

Intraoperativer Shunt bei CEA?

Ob bei der CEA routinemäßig intraoperativ ein Shunt eingelegt werden sollte, ist umstritten. Bennett et al. (2015) gingen dieser Frage anhand der Datenbasis des American College of Surgeons National Surgical Quality Improvement Programms (NSQIP) nach. Aus einer Kohorte von 3153 Patienten (2023 Patienten ohne / 1130 mit Shunt) wurden 1072 risikoadjustiert gematcht. Zwischen den beiden gematchten Gruppen gab es keine Unterschiede hinsichtlich der Rate an postoperativem Schlaganfall oder TIA (3,4% ohne / 3,7% mit Shunt). In einer Subgruppe von Patienten, die eine schwere Stenose oder Verschluss der kontralateralen Karotis aufwiesen, fand sich sogar eine nicht-signifikant höhere postoperative TIA/Schlaganfallrate in der Shuntgruppe (9,8%) verglichen mit der Gruppe ohne Shunt (4,9%). Nach dieser Studie hat das routinemäßige intraoperative Shunting bei der CEA keinen klinischen Nutzen.

Eversions-CEA oder konventionelle CEA (CCEA)?

Schneider et al. (2015) identifizierten für die Jahre 2003 bis 2013 in der Datenbasis der Society for Vascular Surgery Vascular Quality Initiative (SVS VQI) 2365 Eversions-CEAs (ECEA) und 17.155 konventionelle CEAs (CCEA). Die Gruppen waren vergleichbar mit Ausnahme, dass die ECEA-Patienten älter waren als die CCEA-Patienten. CCEA wurde häufiger in Allgemeinanästhesie und mit einem Shunt durchgeführt, der Eingriff war bei ECEA kürzer. Im unmittelbaren Ergebnis (und auch im Ergebnis nach 1 Jahr) ergaben sich keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen, bei ECEA kam es aber häufiger zu einer operationspflichtigen Nachblutung (1,4% vs. 0,8%), was mit einer unterschiedlichen Anwendung von Protamin erklärt wurde. Die Folgerung war, dass ECEA und CCEA hinsichtlich neurologischer Morbidität, Sterblichkeit und Reintervention vergleichbar zu sein scheinen. ECEA reduziert aber Kosten dank kürzerer Operationszeit sowie hinsichtlich der selteneren Applikation eines Shunts oder der Vermeidung der Verwendung eines Patch.

Literatur

Bennett KM, Scarborough JE, Cox MW, Shortell CK. The impact of intraoperative shunting on early neurologic outcomes after carotid endarterectomy. J Vasc Surg 2015; 61: 96-102

Schneider JR, Helenowski IB, Jackson CR et al.; Society for Vascular Surgery Vascular Quality Initiative and the Mid-America Vascular Study Group. A comparison of results with eversion versus conventional carotid endarterectomy from the Vascular Quality Initiative and the Mid-America Vascular Study Group. J Vasc Surg 2015; 61: 1216-1222

Eversions CEA (ECEA) vs. konventionelle CEA (CCEA) (n. Schneider et al. 2015)

Variable CCEAECEA
Anzahl Patienten171552365
Irgendein neurol. Ereignis vor dem Eingriff (%)47.546.5
Patientenalter, Jahre69,8 + 9,571,3 + 9,4
Dringlicher od. Notfalleingriff (%)13.911.8
Lokal - / Regionalanästhesie (%)7.719.5
Shunt (%)58.924.5
Operationszeit, Minuten (Median)11499
Neues ipsilaterales neurol. Ereignis (%)1.31.2
Neuer ipsilateraler Schlaganfall (%)0.90.8
Irgendeine Hirnnervenschädigung (%)4.14.1
Überleben nach 30 Tagen (%)99.299.1
Überleben nach 1 Jahr (%)95.996.7
Frei von ipsilateralem neurol. Ereignis n. 1 Jahr (%)96.796.7