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Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in Deutschland

Debus et al. – Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in Deutschland

Zielsetzung. In einer Pilotstudie sollte das gefäßchirurgische Krankengut bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) stadienabhängig definiert und die wichtigsten Behandlungsverfahren in ihrer Häufigkeit dargestellt werden. Präoperative Risikofaktoren, perioperative Morbidität und Letalität bei endovaskulärem (ER) und offenem (OR) Vorgehen waren zu analysieren.

Methodik. 9 Kliniken registrierten prospektiv jeweils über 3 Monate kontinuierlich alle Behandlungen bei PAVK anhand eines bewusst einfach konstruierten Fragebogens, der in der Datenbank SurveyMonkey hinterlegt wurde.

Ergebnisse. Die Dateneingabe dauerte durchschnittlich 5 min pro Patient. Erfasst wurden insgesamt 1030 Patienten, 478 mit intermittierender Claudicatio (IC), 552 mit kritischer Extremitätenischämie (CLI). 121 Patienten (11,7%) wurden ausschließlich konservativ therapiert, primäre Majoramputationen erfolgten in 2,3% der Fälle, primäre Minoramputationen in 3,6%, alle bei CLI. Bei IC wurden 58,9% aller Eingriffe endovaskulär und 41,1% offen ausgeführt, bei CLI waren es 47,3% (ER) bzw. 52,7% (OR). Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 67,7 (IC) bzw. 72,6 Jahre (CLI). 34% der IC-Patienten waren Frauen, bei CLI waren es 40%. Patienten mit IC wiesen einen wesentlich komplikationsärmeren Verlauf als Patienten mit CLI auf. Des Weiteren war die Komplikationsrate stets höher, wenn OR statt ER durchgeführt wurde (Patienten ohne Komplikationen bei IC: ER 94,7%, OR 79,5%; bei CLI: ER 80,5%, OR 60,8%). Verstorben ist während des stationären Aufenthalts kein Patient mit IC. Bei CLI betrug die Klinikletalität 1,6% (ER) bzw. 3,9% (OR).

Folgerung. Postoperative Morbidität und Letalität waren vom PAVK-Stadium abhängig, mit mehr Komplikationen bei CLI verglichen mit IC. Nach ER wurden die besseren Ergebnisse als nach OR erzielt, was allerdings bei fehlender Randomisierung oder Risikostratifizierung noch keine Schlüsse auf die Effektivität beider Verfahren zulässt. Mit dem hier verwendeten Fragebogen konnten mit vergleichsweise geringem Aufwand alle wesentlichen Daten erfasst werden, die in grö- ßeren Serien der Literatur zur postoperativen Morbidität und Letalität bei PAVK-Patienten beschrieben werden. Es bietet sich deshalb an, das Pilotprojekt auf eine größere Zahl von Klinken auszudehnen.