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Was gibt es Neues

Neues zum Diabetischen Fuß

Die Gefäßmedizin braucht mehr Evidenz: Aktuelle Ergebnisse und Metaanalysen zur Behandlung des diabetischen Fußes

Hintergrund: In dieser Übersicht soll zu aktuellen Ergebnissen klinischer Studien und Metaanalysen der Literatur bei Behandlung des diabetischen Fußes Stellung genommen werden.

Methodik: Für die Literaturübersicht wurde die Datenbank MEDLINE (PubMed) unter den Schlüsselwörtern „diabetic foot“ durchsucht. Abgefragt wurden die Veröffentlichungen der letzten 3 Jahre (2012–2014).

Ergebnisse: Für Patienten mit diabetischem Fuß kommen sowohl endovaskuläre (ER) als auch offene (OR) Revaskularisationen infrage, evidenzbasierte Empfehlungen, welchem Verfahren der Vorzug zu geben ist, sind nicht möglich. Die Registererhebungen zeigen aber, dass mittlerweile ER mengenmäßig deutlich bevorzugt wird. Zu prüfen ist das Angiosom-Konzept in diesen Situationen. Für die lokale Behandlung des Ulkus stehen eine Vielzahl von Wundauflagen zur Verfügung, die Evidenz ihrer Empfehlungen ist gering. Bei Versorgung eines Ulkus können folglich die Kosten und das Exsudatmanagement den Therapieentscheid wesentlich beeinflussen. Mit Bezug auf die Heilungsrate bieten teure Verbände keine Vorteile im Vergleich zu preiswerteren Basisabdeckungen. Zur Entlastung plantarer diabetischer Ulzera sind nicht entfernbare Vorrichtungen gleich welchen Typs abnehmbaren Vorrichtungen überlegen, wahrscheinlich weil die Patientencompliance mit der Druckentlastung so erleichtert wird. Zu den sinnvollen druckentlastenden Maßnahmen zählen auch die Achillessehnenverlängerung, ein plantarer Faszien-Release und die perkutane Flexortenotomie. Der Wert einer standardisierten Behandlung durch Spezialisten konnte in großen Registern anhand sinkender Amputationsraten bewiesen werden.

Schlussfolgerung: Diese Übersicht deckt ein deutliches Missverhältnis zwischen der Vielzahl der Therapieempfehlungen und ihrer Evidenz auf. Für die Zukunft ist es deshalb vordringlich, in Registererhebungen Behandlung und Ergebnisse bei diesen Patienten flächendeckend zu erfassen.

Link Pubmed